Sieben Brücken

  • 1. Oktober 2020 Theater im Pumpenhaus, Münster (Premiere)
  • 2. Oktober 2020 Theater im Pumpenhaus, Münster
  • 3. Oktober 2020 Theater im Pumpenhaus, Münster

Ein musikalisch/theatralischer Abend zum 30- jährigen Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung, erzählt aus west- und ostdeutscher Sicht, basierend auf authentischen Erlebnissen und Zeitzeugen- Interviews

 

CONJAK Frontfrau Christiane Hagedorn plant - in einem kleinen aber feinen Livemusik Theater Abend mit Witz und Tiefgang ihre persönlichen Erinnerungen an ihr Leben in der DDR, den Mauerfall und die Jahre danach im wiedervereinten Deutschland aufzuarbeiten.

 

Mit an Bord- neben ihren beiden CONJAK- Mitstreitern Martin Scholz (Piano/ Kornett/ Percussion) und Dieter Kuhlmann (Bass/ Posaune/ Saxophon) auch der Dortmunder Gitarrenviertuose Gregor Hengesbach sowie die fulminante Münsteraner Schauspielerin Carolin Wirth.

Für die Regie konnte Christiane Hagedorn Carola von Seckendorff gewinnen, die neben ihrer Arbeit als Schauspielerin am Theater Münster auch als Regisseurin Erfolge feiert: an Theatern und (unter ihrem Label FreiFrau) in der freien Theater- Szene.

 

Herz des Abends ist eine Auswahl ost- und westdeutscher Songs der 80er/90er Jahre (von Karat, Gundermann, Cilly, City, Pudys, Karussell, Ideal, Nena, Joachim Witt, Rio Reiser, Nina Hagen u.a.), die - raffiniert bearbeitet in kleiner Besetzung und originellen Arrangements zwischen Acoustic Pop, Gypsy- Swing und Polka - das damalige Lebensgefühl und die Träume der Menschen hüben wie drüben transportieren und mit emotionaler Wucht die Geschichte vorantreiben, die den Rahmen des Abends bildet:

 

Caro, Leistungsturnerin, muss nach ihrer Ausreise als Kind mit der Familie von Berlin ins Münsterland neben der neuen Freiheit und daraus resultierenden Entfaltungsmöglichkeiten auch die Kälte der Marktwirtschaft erleben und die ungenügend erfolgte Auseinandersetzung mit der braunen Vergangenheit im westdeutschen Teil ihrer Familie.

Die unangepasste Tine, zurückgeblieben im Ostberliner Randbezirk, muss sich derweil vom Traum einer Gesangskarriere verabschieden und nach dem Fall der Mauer als Lebenskünstlerin zu behaupten in einem neuen Berlin, in dem vieles von dem, was sie gelernt hat, nicht mehr gilt. Im Zuge der Wiedervereinigung müssen Tine und Caro erkennen, dass sie inzwischen mehr trennt als der 'Eiserne Vorhang'...

 

Aus zwei sehr persönlichen Perspektiven erzählt der Abend vom Verschwinden eines Staates, von der Sehnsucht nach Freiheit und Selbstverwirklichung einerseits und andererseits dem Bedürfnis nach Sicherheit und Orientierung in einer Welt, deren Spielregeln immer schwerer zu verstehen sind, auch und gerade heute.

 

Ein Abend über Brüche in Biographien, Ursachen von Demokratiemüdigkeit, aber auch unverwüstliche Träume, das Recht auf Glück, Zivilcourage und Mut, ein Abend, der mit komödiantischer Leichtigkeit, Berliner Schnauze und vor allem mit der Kraft der Musik die Hoffnung beschwört, Bücken über die viel zitierten Gräben in den Köpfen bauen zu können.

 

Gefördert durch das Kulturamt Münster, die LWL Kulturabteilung und die Kulturstiftung der Westfälischen Provinzialversicherung

In Kooperation mit:

Theater im Pumpenhaus Münster, Kulturelle Begegnungsstätte Kloster Bentlage und Forum Gestaltung Magdeburg